Tage der Liebe

rezensionen

Taschenbuch, 198 Seiten
Verlag AKV Edition Hamouda

Was bleibt einem Exilanten übrig, wenn seine Geliebte ihn verlässt, ihr Bruder hingerichtet wird, dessen Mörder sein eigener Mullah-Bruder ist? Iqbal verliert den Sinn des Lebens, die Lust am geselligen Leben und das Heimatgefühl. Iqbal, gebürtiger Iraner, Dozent an der Heidelberger Universität, sucht Abstand von der Vergangenheit. Die einzige Freude findet er beim Schreiben und Musikhören. Ein Mädchen, aus seiner früheren Heimat, das dem jüdischen Glauben angehört, weckt plötzlich sein Interesse an der Gegenwart. Auf einer Party lernt er Ellen, eine Musiklehrerin und Freundin des Mädchens kennen. Zu seiner eigenen Verwunderung erwachen in ihm Gefühle, eine Ahnung von Liebe.
Doch die Vergangenheit ist nach wie vor sehr präsent in Iqbals Gegenwart. Auch Ellen scheint etwas zu verbergen. Auf einer Reise nach Italien zu einem früheren Freund lernt Iqbal einen jungen Exil-Iraner kennen. All diese Begegnungen bringen Iqbal dazu, sich neu mit seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu beschäftigen. Iqbal wird erneut mit der Mentalität und der aktuellen politischen Lage seiner Heimat konfrontiert. Er sehnt sich nach einer tiefen Veränderung in seinem Leben. Bei einem Klarinettenkonzert in Ellens Haus, wo sie, ihre dreizehnjährige Tochter Marta und das fremde Mädchen gemeinsam auftreten, greift alles ineinander, der Knoten löst sich. Die Liebe wirft ein neues Licht auf Iqbals Gegenwart. Iqbal und Ellen müssen sich neuen Herausforderungen stellen.

Ein bewegender und spannender Roman von Reza Hajatpour, geb. 1958 im Iran, Privatdozent an der Universität in Bamberg.

Rezensionen: 

Man sollte ein Buch nicht nach seinem Umschlag beurteilen. Selten war das zutreffender als bei Reza Hajatpours Roman „Tage der Liebe im Schatten der Erinnerung“ (Edition Hamouda, Leipzig 2011). Was von außen nach Trivialkitsch aussieht entpuppt sich als tiefgründiger Roman über das Leben im Exil und die Unmöglichkeit der Liebe. 

http://www.cineastentreff.de/content/view/9312/185/

Es ist das schönste Buch, was ich seit langem gelesen habe. Und das intensivste. Und es ist eine Art stille Revolution, in Zeiten wie diesen, ein Buch zu lesen, in dem ein Iraner und eine Jüdin sich behutsam und in Freundschaft begegnen. Ein Buch, an dessen Ende die Liebe über die Angst siegt. Ein Buch von der Zärtlichkeit der Freundschaft.

http://buecher.hagalil.com/2012/03/hajatpour/

 

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Der brennende Geschmack der Freiheit

Rezensionen

»Noch nie konnte man auf Deutsch eine solche Innenansicht des Milieus schiitischer Rechtsgelehrter und der Theologen-Metropole Ghom lesen. Reza Hajatpour, ein ehemaliger Mullah und mittlerweile Iranist in Bamberg berichtet ...« FOCUS

»Sein Bericht erscheint nun wie eine indirekte Antwort auf viele Fragen, die sich der Weltöffentlichkeit nach der überraschenden Wahl von Mahmud Ahmadi-Nejad zum iranischen Präsidenten stellen. Reza Hajatpour geht noch einmal zurück an den Anfang der Revolution, die im Iran inzwischen ein klerikales Machtsystem auf Dauer gestellt hat. Er erinnert sich an die undifferenzierte Lage in den späten 70er-Jahren, als viele verschiedene Fraktionen nur ein Ziel hatten: den Umsturz. "Kommunist oder gläubig oder wie du sonst sein magst: In einer Diktatur ist dies ein und dasselbe." « Der Standard

»Wenn man nach der jüngsten Wahl jetzt über einen Rückfall Irans in den Fundamentalismus der Revolutionsjahre spekuliert, in jene Zeit also, als in Ghom 1979 die "Islamische Republik" ausgerufen wurde und Chomeini die führende Rolle der schiitischen Geistlichkeit in allen Belangen des politischen und gesellschaftlichen Lebens festschrieb, dann sollte man dazu unbedingt das gerade erschienene Buch von Reza Hajatpour lesen. Der Autor beschreibt sein Leben als junger Mullah in Iran zur Zeit Chomeinis, seinen Widerspruch zu den neuen Machthabern, in den er immer mehr hineingerät, schließlich seine Ausreise in den Westen, wo er heute am Lehrstuhl für Iranistik an der Universität Bamberg arbeitet. Es gibt vermutlich keinen Bericht, der genauer von innen, aus der autobiographischen Perspektive darüber Auskunft gibt, was Fundamentalismus ist - jene oft als Schlagwort gebrauchte Vokabel, die in diesem Buch kein einziges Mal verwendet, in ihrer Bedeutung aber auf jeder Seite erhellt wird.« FAZ

Taschenbuch,
227 Seiten

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Der schmale Weg von Prof. Dr. Reza Hajatpour

Rezension

Taschenbuch, 269 Seiten
Verlag Edition Hamouda
ISBN 978-3-940075-80-2 [D] 11,95 €

Es ist ein mysthisches Buch. Wenn es duften könnte, so würde es nach Gras und altem Papier, nach Zimt, Myrrhe, Desinfektionsmittel und Lilien riechen… und wenn es aus Tönen bestünde, so käme das Zirpen der Grillen, das Rauschen der Bäume und der Ruf des Muezins zwischen den Buchdeckeln heraus, -oder eben der Lärm der Londoner Straßen und lautes Hundegebell…

Von Ramona Ambs

So sinnlich und direkt entführen einen die Buchstaben von Reza Hajatpours neuem Roman Der schmale Weg  in die unterschiedlichen Welten von Ramin. Der junge Iraner  trifft in London, wo er Medizin studiert und dann erfolgreich als Arzt arbeitet, auf Elisabeth, eine jüdische Deutsche, die ihn mit nach Berlin, in den „Club der vergessenen Philosphen“ und mit in ihre Familiengeschichte nimmt. Ramin verliebt sich in Elisabeth, doch bevor er sich ganz auf sie einlassen kann,  muss er die Geheimnisse seiner eigenen Familie klären. Ein Brief seines Onkels ruft ihn zurück in den Iran, zurück in die kleine orientalische Stadt am Fuß zweier Berge, zurück zur Familie des mächtigen Kyros Khans und zurück in seine Vergangenheit.  Erst als er um die Geschehnisse weiß, kann er die Vergangenheit hinter sich lassen und sich frei auf sein neues Leben einlassen.

Reza Hajatpour gelingt es abermals ein Portrait zu zeichnen, dessen Protagonisten einem sehr sehr nahe kommen. Seine tabulose und zugleich liebevolle Beschreibung der Figuren und ihrer Charakteren, die detailreiche Schilderung der Atmosphäre der jeweiligen Umgebung, die vom Londoner Krankenhaus über den Berliner jüdischen Friedhof bis hin zum Fuße der mythischen Berge am Rande der iranischen Kleinstadt reicht, lassen die Personen und Orte unglaublich lebendig werden. Insbesondere Ramin, der zwischen seiner mysthisch-orientalisch geprägten Kindheit und dem westlichen Lebensstil in der Großstadt London hin und hergerissen scheint, begleitet einen noch lange lange, nachdem man die Buchdeckel geschlossen hat…

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interkulturell gelesen

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Taschenbuch,
133 Seiten

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Vom Gottesentwurf zum Selbstentwurf

In den letzten Jahrzehnten wurden im westlichen Kulturraum kontroverse Diskussionen um Klonen, Genoptimierung und ähnliche Themen geführt. Dabei ging es um die Würde, das Leben und die Perfektibilität des Menschen, seine geistige und normative Formbarkeit und seine existentielle Machbarkeit. Auch in der islamischen Wissenskultur wurde darüber kontrovers diskutiert. Die Muslime zeigen dennoch eher eine juristische und theologische Vorliebe für das Thema als eine philosophische und ethische.
Die vorliegende Studie widmet sich einer philosophischen und ethischen Analyse der Idee des perfekten Menschen im Islam. Sie zeigt, inwiefern und gemäß welchen Wertvorstellungen die Idee der Perfektionierung des Menschen in einem religiösen Menschenbild verankert ist. Es geht dem Autor darum zu fragen, nach welchem Bild bzw. Selbstbild sich der Mensch im Islam als ein der Perfektionierung bedürfendes und zu ihr fähiges Wesen versteht und welchen Idealen zufolge er nach immerwährender Erneuerung seiner Person strebt. Der Autor versucht anhand der Philosophie bedeutender muslimischer Gelehrter die Wertvorstellungen und Ideale aufzuzeigen, die das Selbstbild des Menschen beeinflusst haben und in diesem Sinne die Vorstellung eines »neuen Menschen«, der sich in einem Prozess der Menschwerdung befindet und einem Entwurf der Selbstvollendung bzw. Selbstperfektionierung folgt, geprägt haben.

ca. 400 Seiten, Kartoniert;
Welten der Philosophie, Band 10
ISBN: 978-3-495-48573-6

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iranische geistlichkeit zwischen

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Hajatpour gebührt für seine Leistung, die verschlungenen Wege modernen klerikalen Staatsdenkens in Iran zum ersten Mal textnah in einer westlichen Sprache dargestellt zu haben, großer Respekt. Seine profunden Kenntnisse sowohl der europäischen als auch der islamischen Philosophie, die sich vor allem im sicheren Umgang mit der von den verschiedenen Denkern benutzten ontologischen und erkenntnistheoretischen Terminologie niederschlägt, ist beeindruckend.“

In: Der Islam. 83 (2006). S. 221-224.

Gebunden,
388 Seiten

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